Anita ohne Angst vor großen Automobilen

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Freiluftakrobaten, Quelle: Anita (Dethleffs)

Wer denkt, dass das Fahren von Reisemobilen eine reine Männerdomäne ist, irrt sich. Anita und Katja wagen ihren ersten Kurzurlaub mit den Kids im Integrierten – (fast) ganz ohne Männer – und sind begeistert. Wie es dazu kam und was es zu beachten gibt, haben sie für camping-checklist.de zusammengefasst und eine eigene Camping Checkliste veröffentlicht.

Autorin: Anita, Mitarbeiterin von Dethleffs

Zugegeben, dieser Sommer hatte nicht viele sonnige Tage am Stück, aber das letzte Augustwochenende versprach, alles wieder wett zu machen. Bis zu 33 Grad waren angesagt, und das auch noch für mehrere Tage am Stück. Die Kids haben Ferien, Katja und ich Urlaub, und wir ergatterten tatsächlich noch ein Reisemobil. Spontan entschlossen wir uns, alleine – ohne Männer – mit dem Reisemobil einen Kurztrip zu machen. Na ja, zugegeben, ganz ohne Männer waren wir nicht unterwegs, aber Leo, mit seinen gerademal  4 Jahren, war unser Hähnchen im Korb. Und beim Fahren und Rangieren war er uns leider keine große Hilfe, also zählen wir ihn noch nicht zu der Kategorie „Männer“.

Die Kids entschieden, wer wo schlafen sollte

Da unsere Ehemänner beim Arbeiten waren, blieb die Entscheidung, welches Reisemobil für unseren Kurztrip zu viert wohl am besten geeignet ist, an uns hängen. Wir haben uns für einen Integrierten mit Hubbett und Queensbett (Dethleffs Trend I) entschieden, so dass wir alle, ohne lästigen Umbau, ein festes Bettchen hatten. Die Kids entschieden, wer wo schlafen sollte, und sicherten sich gleich das riesige Hubbett, das so breit war, dass Sina und Leo nicht längs sondern quer schliefen und sogar alle mitgebrachten Kuscheltiere noch mehr als genug Platz hatten. Katja und ich teilten uns das Queensbett im Heck, das äußerst bequem von drei Seiten zugänglich ist und wir uns somit beim Aufstehen nicht gestört haben. Die Länge des Fahrzeugs machte uns zu Anfang etwas Bedenken, aber beim Testsitzen im Fahrerhaus und dank der Tatsache, dass das Reisemobil über eine komfortable Rückfahrkamera verfügt, fanden wir die knapp 7,5 m als gar nicht so störend und die Fahrt zum Reiseziel zeigte uns, dass das Fahren mit so einem Gefährt nicht viel anders ist, als mit einem großen Auto. Im Gegenteil, man hat sogar durch die hohe Sitzposition und die riesigen Panoramascheiben einen weitaus besseren Überblick. Lustig ist aber, welche Blicke man auf sich zieht, wenn zwei Frauen hinter der Windschutzscheibe eines solchen Gefährts gesichtet werden. Vor allem beim männlichen Teil der Bevölkerung konnte man sehen, wie die grauen Zellen hinter der Stirn zu rattern begannen. Sina und Leo samt ihren Kindersitzen freuten sich über ihre Logenplätze in der Sitzgruppe und nutzen den Tisch gleich als Ablage für diverse Snacks, Spiele und Kuscheltiere.

Wer denkt, für ein paar Tage bräuchte man nicht viel, war noch nicht mit Kids unterwegs.

Besonders nicht mit unseren. Als Sina mir gezeigt hat, was alles in das Reisemobil soll, schlug ich die Hände über dem Kopf zusammen. Da waren dann aber weder Kleidung, noch Handtücher oder das obligatorische Bettzeug dabei, als ich gefühlte 20mal von ihrem Kinderzimmer zum Reisemobil hin und her lief. Aber ich bin ja froh, dass es Katja mit Leo nicht viel anders ging. Doch der Trend I erwies sich als wahres Raumwunder und bot mehr als genug Stauraum. Als alles drin war, darunter auch aufgeblasene Luftmatratzen, mehrere Fahrräder, Tisch, 4 Stühle, ein Vorzeltteppich, zwei Schwimmnudeln und diverses Kleinzeug war die Heckgarage nicht mal annähernd halb voll, so dass wir das Queensbett nicht mal höher stellen mussten, was man ganz praktisch hätte tun können, um noch mehr Platz in der Garage zu haben.

Wir brauchen Platz, sehr viel Platz

Wohnmobil Checkliste
Leo auf Erkundungstour, Quelle: Anita (Dethleffs)

Auch im Innenraum fand alles Platz, sogar unsere zugegebenermaßen etwas übertriebenen Essenvorräte verschluckte der 142 l Kühlschrank mit seinem Frosterfach einfach so. Auch für Töpfe, Pfannen, Wasserkocher, Spiele, DVD-Player, Bücher, viele Handtücher, Kosmetikutensilien und was unsere Kinder sonst noch so als wichtig für den Kurztrip ansahen, boten die Schränke und Schubladen genügend Platz. Die Schuhe haben wir in der Truhe unter dem zusätzlichen Sitzplatz direkt im Eingangsbereich untergebracht. Dank einer Klappe waren diese leicht zugänglich. Sina kann mir übrigens bis heute noch nicht erklären, warum sie für 4 Tage, 7 Paar Schuhe mitgenommen hat, davon 2 verschiedene Crocs, 2 Paar Flipflops, Ballerinas, Sneakers und Sandalen. Getragen hat sie eigentlich nur zwei Paar, aber egal.
Warum weit weg fahren, wenn das Wetter mal in Deutschland so toll ist. Wir entschieden uns also, an den größten See Deutschlands zu fahren und haben mit dem Campingpark Gitzenweilerhof in der Nähe von Lindau den scheinbar perfekten Platz für uns und unsere beiden Kids gefunden.

Rückwärts einparken

Der Campingpark war schnell gefunden. Allerdings machten sich dann doch ein paar Schweißperlen auf unserer Stirn breit, als wir dem Caddy zu unserem reservierten Stellplatz folgten. Hoffentlich war dieser nicht zu eng. Aber wir hatten uns umsonst Sorgen gemacht. Der Stellplatz war sehr gut zugänglich, so dass wir sogar Platz hatten, unser Wohnmobil auf einer freien Fläche zu drehen und rückwärts eingeparkt haben. Froh waren wir allerdings, dass wir einen Vorzeltteppich dabei hatten. Die vielen Regenfälle dieses Sommers hatten auf dem Boden ihre Spuren hinterlassen und trotz über 32 Grad war der Boden immer noch feucht und weich. Sobald das Reisemobil steht, geht es ganz schnell: Strom anschließen, Vorzeltteppich ausrollen, Markise ausfahren und mit Heringen im Boden verankern, Stühle raus und Tisch aufstellen, fertig! Keine halbe Stunde und wir saßen mit einem Nescafé im Bikini (unser Tagesdress des gesamten Aufenthalts) unter der Markise und sahen unseren Kindern beim Inspizieren der Nachbarschaft zu.

Unser Campingnachbar aus Wuppertal

Nachbarschaft beim Campen ist eine wirklich spannende Sache. Hier möchten wir mal allen allein reisenden Frauen die Angst nehmen. Denn sobald jemand Neues kommt und beobachtet wird, dass hier Hilfe benötigt werden könnte, stehen gleich mehrere Hände zur Verfügung. Es wird beim Einweisen geholfen, bei Wohnwagen wird mitgeschoben und man bekommt hilfreiche Tipps den Campingplatz und die Umgebung betreffend. Unser direkter Nachbar, ein Wuppertaler mit schwarzem Campingbus, stellte sich sofort vor und erzählte uns gleich, dass er am nächsten Tag Besuch seiner Freundin mit Hund bekommen wird. Ein lieber und gut erzogener Hund, wie uns versichert wurde, der sehr kinderlieb ist.

Die Nachbarin gegenüber setze sich abends zu uns und gab uns wertvolle Tipps, was der Campingpark alles für Kinder zu bieten hat.

Von den anderen Nachbarn bekamen wir wenig mit und trotz dass der Campingplatz an diesen Tagen komplett ausgebucht war, waren die Nächte überraschend ruhig. Hier und da hörte man mal ein Kind weinen oder eine Gruppe offensichtlich angetrunkener Jugendlichen lauthals lachen. Aber nichts, was uns den Schlaf raubte.

Packliste WOMO
Teich direkt am Campingplatz, Quelle: Anita (Dethleffs)

Selbstverständlich waren wir eine kleine Attraktion und wir möchten auch nicht wissen, was sich einige Camper angesichts der Konstellation zwei Frauen mit zwei Kindern gedacht haben. Aber direkt gefragt wurden wir nicht. Wir hielten es deshalb auch nicht für nötig, uns zu erklären. Wenn wir Fragen hatten, waren ausnahmslos alle äußerst freundlich und hilfsbereit. Aber viele Fragen hatten wir nicht. Bei der Übernahme des Fahrzeugs wurde uns alles ausführlich erklärt und beim Einchecken auf dem Campingplatz gab es eine kleine Broschüre und einen Lageplan, damit waren wir bis auf Kleinigkeiten, bestens versorgt.

Der schöne Bodensee

Der Campingpark Gitzenweilerhof erwies sich für unseren Kurztrip als perfekt. Nicht nur einmal mussten wir uns in Erinnerung rufen, dass wir nicht im Ausland, sondern „nur“ am Bodensee waren. Der Aufenthalt dort war von der ersten Minute an Urlaub und weit weg vom Alltag. Vielleicht kam es uns deshalb so vor, dass wir viel weiter weg von der Heimat waren. Die sommerlichen Temperaturen taten ihr Möglichstes dazu. Abkühlung verschaffte uns dabei der Pool, der vor allem bei den Kindern heiß beliebt war. Morgens und am Nachmittag gab es hier auch Animation mit Tanz und Spielen für die Kids. Für Erwachsene gab es die Möglichkeit zur Wassergymnastik und Yoga im Trockenen.

Ende gut ALLES gut

Nach vier kurzweiligen Tagen war unser kleiner Urlaub dann leider zu ende. Das Zusammenpacken, die Heimreise und das Entleeren des Abwassertanks verliefen reibungslos. Als wir uns von unserem liebgewonnen Reisemobil trennen mussten, war klar, das nächste Mal trauen wir uns, auch weiter weg zu fahren und andere Länder zu erkunden – und wieder (fast) ganz ohne Männer. Denn so ein Urlaub unter Frauen hat auch etwas für sich. Und unser Kurztrip hat uns gezeigt, dass wir das alles auch ganz prima alleine schaffen. Leo darf natürlich wieder mit, sonst wäre Sina sicher traurig.

Anita, Katja mit Sina und Leo

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Zum Reisemobil Trend I

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